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Sonntag, 27. Februar 2011

Rudolf Steiner und sein Karma mit dem Katholizismus



Eine frühere Inkarnation Steiners als Thomas von Aquin. Das ist eine Tatsache, die heute verhältmässig viele Menschen kennen. Einige Bücher sind auch herausgegeben worden, in denen diese Inkarnationen konkret behandelt werden.



"Thomas von Aquin und Rudolf Steiner" ,

"Rudolf Steiners «eigenste Mission»"/

Thomas Meyer

(Ich selber habe diese zwei Bücher bis jetzt nicht gelesen, kenne den Inhalt

nicht genau

)



Auf die konkreten und zahlreichen einzelnen Zusammenhängen über diese zwei Inkarnationen möchte und kann ich heute in diesem Artikel nicht eingehen. In einem früheren Artikel habe ich ein wenig darüber geschrieben. Ein anderes mal werde ich damit weiter fahren.
Ich möchte in diesem Artikel einfach auf eine Tatsache hinweisen, dass ein festes Karma zwischen der Individualität Steiners und dem Katholizismus vorhanden ist.


Die karmische Verbindung zwischen ihm und der katholischen Kirche ist überhaupt nicht lose. Das ist eine schwerwiegende Verbindung. Das bezeugt die Geschichte der katholischen Kirche, wie stark nach dem Tod von Thomas von Aquin seine Theologie für die Befestigung der Kirchenmacht nützlich wurde. Die Individualität Steiners schreitet unabhängig von dem irdischen Strom der Kirche voran. Aber wenn die Verbindung, die in einem früheren Leben schicksalsmässig geschaffen wurde, so stark ist wie zwischen der Individualität Steiners und dem Katholizismus, kann sie nicht ohne weiteres, schnell und plötzlich in einem späteren Leben verschwinden.



Der Heilige Thomas von Aquin,
der durch seine Philosophie und Bücher
die Macht der Kirche befestigt.





Die karmische Bindung holt einen Menschen ein, wenn er wieder in einem neuen Leben auf der Erde ist und in einem anderen Lebensverhältnis fortschreiten will. Jede Individualität kommt mit einem Ziel auf die Erde und will den bereits erreichten Entwicklungszustand durch die früheren Leben konkret weiter bringen. Aber dabei holt ihn als ein nötiges Schicksalshindernis die alte Bindung ein, die man am liebsten schnell hinter sich haben will, damit man geradeaus das neue Ziel erreichen kann. Dennoch muss man sich schicksalsmässig damit auseinandersetzen, wenn man in einem neuen Leben wirklich weiter gehen will. In diesem Sinn gibt es keine geradlinige Enwicklung.

Ein solches Hindernis war für Steiner seine schicksalsmässige Bindung an den Katholizismus. Das bezeugt seine Biographie. Er liebte als kleiner Knabe die Messe, aber er hätte beinahe geschlagen werden können, weil er eines Tages etwas zu spät in die Messe kam, in der er als Ministrant dienen sollte. Darüber ärgerte sich sein Vater heftig und liess ihn nicht mehr in die Messe gehen. Nachher kommt er dennoch immer wieder mit der katholischen Kirche in Berührung. Als Junge empfand er plötzlich vor einem Kloster ein tiefes Gefühl aufkommen: Hinter dieser Mauer geschieht etwas ganz Wichtiges. Er schreibt in seiner Autobiographie, dass er in ein Gymnasium hätte gehen können, im dem er eine Karriere zu einem Geistlichen hätte machen könnte. Aber das Schicksal traf nicht diese Wahl, denn er sollte nicht wieder einen äusserlich ähnlichen Weg gehen in diesem neuen Leben. Später traf er einige liberale katholische Geistlichen kennen, die ihm die Werke Thomas von Aquins nahe brachten. An solchen Beispielen kann man gut beobachten, wie durch die Einwirkung des Schicksals die vergangenen Themen und Verbindungen aus den früheren Leben auf uns zukommen, um die karmischen Elemente in uns zu aktivieren.

Nach und nach entwickelt Steiner aber die deutlichen Widerstände gegen die Kirche. Während er in der Redaktion für das "Magazin" in Berlin arbeitete, schrieb er zahlreiche Artikel, in denen er sich von dem Christentum im Sinne eines konfessionellen Glaubens scharf distanzierte. Und es war für viele Menschen nicht klar, wie der Mensch Rudolf Steier, der so gegen das Christentum war, nachher in einem ganz anderen Milieu als Christusverkünder auftreten konnte. Darüber hat man sich den Kopf zerbrochen.

Aber karmisch gesehen ist es eindeutig: Er musste das Wesen des Christlichen, das er früher im Rahmen der Kirche als Thomas entwickelt hatte, von der alten festen Form der Kirche herauslösen und in eine neue zeitgemässe Form hineintragen, so dass der Christusimpuls in der moderneren Art weiter entwickelt werden konnte. Aber dafür musste er zunächst das Wesen des Christentums, das unabhängig von den äussren Konnfessionen geistig existiert, erkennen und von dem alten Kleid lösen. In diesem Prozess musste er sich einmal gegen das Christentum intensiv wehren. Erst nach dieser Prüfung, die er zwischen dem 6. und dem 7. Jahrsiebt durchmachte, konnte er zu dem vollständig modernen Christusimpuls kommen. Er bestand in der Zeit seine Prüfung und erkannte die geistigen Fäden des Wesens des Christlichen, so dass er in einem neuen Sinne wieder ein Christuskünder werden konnte.


Der "Heilige" Thomas von Aquin,
der die "Irrlehre" von Averroes durch seine Theologie besiegte.
Die Person, die zu Füssen vom Heiligen liegt, ist Averroes.
Ich verstehe, dass das alte Bewusstsein der Menschen
so eine Darstellung brauchte.
Dennoch ist diese Darstellung
für das heutige moralische Bewusstsein
nicht mehr akzeptabel.

Das tut mir wegen Averroes sehr leid,
dass er so demütig am Boden liegt.
Heute brauchen wir ein manichäisches Bewusstsein,
in dem wir wegen des "Fehlers"
uns selber und einen anderen Menschen
nicht demütigen, sondern unsere Unzulänglichkeit
schicksalsmässig verstehen lernen.



Die Menschen, die mit Rudolf Steiner im Mittelalter in einer ähnlichen Weise den Christus gesucht hatten, mussten alle mehr oder weniger solche inneren Prozesse durchmachen, wenn sie erneut in seiner Zeit auf der Erde waren. Es gab nach meiner Beobachtung verhältnismässig viele Anthroposophen, die zu Lebzeiten Steiners die wiedergeborenen ehemaligen Ordensbrüder waren. Das machte eine gewisse Stimmung in der anthroposophischen Gesellschaft aus, die einzigartig war. Ich denke, eine gesteigerte Verehrungshaltung der damaligen Anthroposophen, die teilweise Steiner selber ziemlich zu schaffen machte, stammte auch von der kirchlichen Vergangenheit der Anthroposophen.

Thomas von Aquin war nicht nur irgendein Mönch, sondern einer, der nach seinem Tod von der katholischen Kirche heilig gesprochen wurde und zu einem Vorbild einens katholischen Glaubensträger gemacht wurde. Die karmische Bindung zwischen der Individualität Steiners und der Kirche ist aus diesem Grund sehr fest, unabhängig davon, ob Steiner und die Kirche selber auch das wollten oder nicht.

Aus diesem karmischen Grund könnten innerhalb der anthroposophischen Bewegung viele komplizierte karmischen Fäden gesponnen worden sein.
Z.B. einige, die lang nach dem Tod von Thomas wieder in die katholischen Kirche gekommen waren (z.B. auch noch nach der Reformation) und ihn als einen Heiligen in damaliger Stimmung absoluter Gehorsamkeit verehrt hatten, kamen in ihrem noch späteren Leben mit einer gewissen Sehnsucht nach Thomas zur Anthroposophischen Bewegung. Und nach meiner Beobachtung kommen heute noch so einige Menschen in die Bewegung sogar mit einer überstreng katholischen Disziplin im Sinne der Gehorsamkeit und der Unfehlbarkeit.
Solche Hintergründe machen die spezielle Stimmung der Heiligung und der Verehrung seiner Person verständlich, die teilweise bis heute fortgesetzt wird und die Probleme in einem zeitgemässen Verständnis erzeugt.


So wie ich im Artikel "Das erkraftete Herz Ita Wegmans" geschrieben habe, war Wegman damals fast die einzige Person, die Steiner nicht übermässig heiligte. Sie zeigte nie eine unterwürfige Haltung gegenüber ihm. Sie war ein selbstständiger Mensch mit einer inneren Stärke. Diese Eigenschaften kann man in allen ihren früheren Inkarnationen (die Inkarantionensind dargestellt in den Büchern "Menschheitsaufgabe Rudolf Steiners und Ita Wegman", "Erkraftung des Herzens") feststellen.

Und ausserderm hatte Wegman eine spezielle karmische Vertrautheit zu Steiner. Das ermöglichte ihr eine wirkliche Ich-Begegnung mit Rudolf Steiner. "Ich möchte nicht verehrt, sondern verstanden werden.", so sprach Steiner. Die übermässige Verehrung, die für Steiner zuletzt wirklich zu viel wurde und die eigenständige Erkenntnis der Menschen verhinderte, bildete die Ursache seines Leides mit. Er wollte solche Haltung der Menschen zwar nicht, aber er konnte die alten karmischen Eigenschaften, die an ihm aus dem Leben von Thomas noch unbewusst stark wirkten, nicht ganz abstreifen. Das Gewesene im früheren Leben war noch so intensiv da und karmisch präsent. Und bei den Anthroposophen war es genauso.


Ich denke, wir sollten heute wirklich diese Heiligen-Haltung gegenüber seiner Person ablegen, damit helfen wir Rudolf Steiner, dass er und die Anthroposophen seiner Zeit aus ihren alten karmischen Bindungen, die für die anthroposophische Bewegung heute nicht mehr zeitgemäss sind, befreit werden können, um einen lebendigen Christusimpuls im Sinne Steiners zu erfassen.


Junko Althaus








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