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Montag, 5. März 2012

Die Reformation der Anthroposophie in der Herstellung Eines Menschheitsbewusstseins durch den Christus - Teil 1



Die Beschränktheit des Bewusstseins als eine Konstitutionsschwäche der Menschheit vor dem 2. Weltkrieg und der Einschlag neues Christus-Wirkens



Alles, was Europa ganz für sich und aus sich allein der gesamten Menschheit geben kann, wurde mehr oder weniger durch R. Steiner und die anderen grossen Persönlichkeiten im 20. Jahrhundert bereits angesprochen. Dennoch konnte ihre kostbare Arbeit bis jetzt keinen wirklichen Durchbruch zeigen. Bereits im 19. Jahrhundert entstand der neue Impuls zur geistigen Vereinigung Ost/West z.B. mit der Entstehung der Theosophischen Bewegung. Es ist wichtig zu erkennen - was die europäische Geistigkeit aus ihrem vergangenen Strom heraus den Menschen geben kann, das kann nicht mehr allein den Kern für die Weiterentwicklung der 5. Kulturepoche treffen.

Sie kann die äussere Hülle geben, die notwendig ist und ohne die es in der 5. Kulturepoche überhaupt nicht geht, aber der Kern für die Weiterentwicklung - der Heilung - kann nicht allein daraus entstehen. Ja, der Geist Europas kann nicht allein die Heilung in unserer Zeit hervorrufen - auch der Impuls aus Osteuropa, der mit der nächsten Kulturepoche innig verbunden ist, kann allein auch keine Wunder hervorrufen. Ohne die tief gehende Heilung und die daraus resultierende Verjüngung aber gibt es keine Weiterentwicklung in unserer Zeit, in der so viele Traumata - menschheitlich, volksmässig und individuell - existieren. Ohne die Möglichkeit dieser Heilung hat man keine wirkliche Zukunft mehr im 21. Jahrhundert.


R. Steiner, der schicksalhaft zur Theosophischen Bewegung geführt wurde, hatte die ausserordentlich wichtige und schöpferische Aufgabe, eine fruchtbare Vereinigung Ost/ West einzuleiten. In der Tat konnte Steiner anders als damals in der Theosophischen Bewegung eine wirklich zeitgemässe und gesunde Arbeitsart durch das Integrieren der östlichen Weisheiten zustande bringen. Er ist erstaunlich weit über die Grenze der Geistigkeit Europas hinausgegangen. Niemand konnte in Europa so viel die wahre Dimension der östlichen Weisheit im Buddhismus und Hinduismus durch den modernen Erkenntnis-Geist beleuchten wie R. Steiner. Darin sieht man seine Grösse - er war viel mehr als nur ein christlicher Eingeweihter. Ihn bloss als "europäischer und christlicher Esoteriker" zu betrachten, kann seiner eigentlichen Mission nicht gerecht werden. Eine solche Bezeichnung ist zu eng für seine universelle Qualität.

Denn nur aus dieser Leistung, die über das bloss Europäische hinausgeht, konnte er damals bereits von dem kommenden ätherischen Christus, der menschheitlich wirkt, sprechen. Man kann gut von Christus im Sinne des Mysterium von Golgatha in Palästina sprechen, wenn man durch die traditionell-christlichen-Mysterien-Schriften wie z.B. Bibel, Evangelien tief genug zu einem Christusimpuls inspiriert wird. Im 21. Jahrhundert kann man aber durch eine solche Art der Inspiration allein nicht im Verständnis über den ätherischen Christus weiterkommen, wenn dabei etwas Neues hinzukommen kann. Man kann immer weiter vorwärts schreiten im Sinne des ätherischen Christus, immer klarer und friedlicher und kraftvoller das Wesen des ätherischen Christus fühlen dadurch, wenn man die "äussere Grenze und Beschränktheit des europäischen Christentums" wirklich durchbrechen kann, denn es bleibt eine Enge im alten Christentums in der Art des Denkens und des Fühlens. Man kommt nicht weg von einer Vorstellung: "Vom Wert her bedeutet die europäische Menschheit die eigentliche Menschheit".

Diese Vorstellung ist hartnäckig vorhanden in der unbewussten Gesinnung erstaunlich vieler Menschen - besonders aber bei den vielen Erz-Anthroposophen- oder Erz-Christen, obwohl im Kern des Christentums der universale Menschheitsimpuls deutlich und klar veranlagt ist. Dennoch existiert ein ungesundes Werturteil gegenüber den anderen Zivilisationen als Überreste der Vergangenheit. Und das hindert die Erweiterung des Bewusstseins im Sinne des ätherischen Christus. Wegen dieses einseitigen Überlegenheitsgefühls lehnen viele junge Menschen in Europa sogar das Christentum ab, weil sie bereits das neue Bewusstsein in sich tragen und eine solche moralische Beschränktheit nicht mehr vertragen, denn für sie bedeutet der Christus der ätherische Christus - auch wenn sie eine solche Bezeichnung nicht kennen - weil sie den Christus in menschheitlicher Ganzheit ohne eine solche enge Wertvorstellung suchen. Dadurch entsteht die Schwierigkeit, sich mit der eigenen Kultur zu verbinden, was auch eine spezielle Schwierigkeit bedeutet. Sie interessieren sich an den anderen Kulturen und distanzieren sich z.B. auch von dem hierarchischen Klassenbewusstsein der Menschen, die z.B. von der "Anthroposophie" oder von dem "Christentum" in einem ausgeprägten Überlegenheitsgefühl gegenüber den anderen predigen. Es wird auch in Japan nur eine Frage der Zeit sein, dass eine Gesinnung : Ihr seid noch nicht so weit, deshalb lehren wir euch, weil ihr rückständig seid -, welche durch manche europäischen anthroposophischen Lehrpersonen nach Japan hineingetragen wird, von den jungen Japanern immer weniger angenommen werden wird.



Steiner konnte alle wichtigen und wesentlichen Themen - mindestens anfänglich, weil er in einem solchen Prozess mit einem unbefriedigenden Gefühl starb -, die aus dem Geist Europas in der Zukunft geistig tragend sein können, in einer grossartigen Weise beleuchten. Dennoch konnte er keinen wirklichen Durchbruch tun, weil sein Bewusstsein und das Bewusstsein der Anthroposophen - aber auch das Bewusstsein der damaligen Menschen noch nicht "menschheitlich" genug war. Steiners Bewusstsein blieb damals zuletzt doch noch "europäisch-christlich".

(Man muss vielleicht an dieser Stelle präziser sagen: Steiner hat ein neues globales Menschheitsbewusstsein eingeführt, hat aber diese Arbeit nicht vollständig beenden können. Es war eine Konstitution der Menschheit, die nicht zu überwinden war. Es gibt verschiedene Stufen im Meschheitsbewusstsein. Das Überlegenheitsgefühl der weissen Menschen gegenüber den anderen Völkern war damals objektiv gesehen nicht zu überwinden. Das war noch nicht möglich und das hat aber auch den Sinn, wieso es damals nicht anders gehen konnte. Der Mangel des Global-Bewusstseins zeigt sich in den finsteren Konflikten der A. Gesellschaft nach dem Tod Steiners und auch im 2. Weltkrieg. Die Menschheit musste noch nach dem Tod Steiners während des 2. Weltkrieges die schweren menschheitlichen Lektionen des Karma durchleben, damit sie nach und nach in ihrem globalen Zusammenhang moralisch erwachen konnte. )

Aus diesem Grund ist Steiner keinerlei vorzuwerfen, dass sein Bewusstsein damals menschheitlicher hätte sein sollen oder müssen. Nein, ganz im Gegenteil. Es war damals für die Menschheit noch nicht möglich. Kein Mensch konnte ein solches Menschheitsbewusstsein, damals vor dem 2. Weltkrieg stark genug erreichen. Eine solche Konstitution konnte auf der Erde nicht gefunden werden. Die Zeit war noch nicht reif. Erst durch den Einschlag des neuen Christus-Ereignisses in der Mitte des 20. Jahrhunderts bekam der Mensch die Möglichkeit, ein neues menschheitliches Bewusstsein zu bilden.

Heute im 21. Jahrhundert muss allerdings gesagt werden: Wir können heute von unserer inneren Anlage her ein noch viel universelleres Bewusstsein herstellen als damals. Und dieses Bewusstsein verdanken wir dem realen Wirken des ätherischen Christus. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts - durch den Einschlag der Wiederkunft Christi im Ätherischen sind wir immer mehr imstande, über die eigene Beschränktheit hinaus zu gehen und uns selber in einer schöpferischen und friedlichen Weise - menschhetlich - zu erweitern.

Im Prozess der Entwicklung der Anthroposophie, die als "abendländische Esoterik" begann, - so wie Steiner selber ausserordentlich betonte -, erweiterte sich jedoch die Dimension der Anthroposophie immer mehr im Sinne der Menschheit. Deshalb konnte er bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von dem ätherischen Christus sprechen. Dennoch konnte zu Lebzeiten Steiners kein Durchbruch verwirklicht werden, weil damals die Wiederkunft Christi noch nicht geschah. Der übermenschliche Einschlag des Christus ist noch nicht geschehen. So konnte auch Steiner eine gewisse Beschränktheit nicht wirklich ablegen. Er starb in diesem Prozess.


Diese alte Neigung der Menschheit vor der Wiederkunft Christi lebt aber noch heute in der anthroposophischen Bewegung hartnäckig und erschwert erheblich die Entfaltung des erweiterten Christusimpulses für das 21. Jahrhundert. Wo sehen wir konkret, dass dieser bedeutsame Einschlag der Wiederkunft Christi noch nicht zu Lebzeiten Steiners geschehen war und erst nach seinem Tod um die Mitte des 20. Jahrhunderts voll zu einer Wirklichkeit wurde?

Das sieht man z.B. in der Problematik, die öfters von der Aussenseite angesprochen wurde - der Umgang der Anthroposophen mit den Ausdrücken Steiners in Bezug auf die Rassen und Völker. Darin begegnen wir einem Problem, das noch auf eine wirkliche Heilung wartet. Es hilft allerdings nicht, wenn man Steiner als Rassist hinstellt. Bei ihm ist es kein Rassismus vorhanden, sondern er besass ein hierarchisches Denken, das mit einem Überlegenheitsgefühl gegenüber den bestimmten Völkern verbunden war. Es hat keinen Sinn Steiner Rassismus vorzuwerfen.

Aber es hilft auch nicht, wenn man sich verhält - so wie viele Anthroposophen - besonders in Dornach aber auch woanders genauso -, als ob ein solches Problem gar nicht vorhanden wäre und bloss sich und die Ausdrücke Steiners einseitig zu rechtfertigen. Damit werden die Menschen nie aufhören, das Problem anzusprechen, denn das Problem wird durch eine solche intellektuelle Rechtfertigung nie aufgelöst. Eine starre und einseitige Rechtfertigung führt die Menschen, die es tun, zu einer moralischen Gleichgültigkeit. So entfernt man sich von dem Impuls des ätherischen Christus. Man muss heute jedenfalls an die Problematik mancher Ausdrücke Steiners in entschiedener Klarheit herangehen. Gerade eine blosse Rechtfertigung ist etwas, was R. Steiner mit der Zeit lächerlich machen kann, weil es klar ist, dass er heute niemals so in der Art ausdrucken wird. Man kann eine Wahrheit ganz anders ausdrucken, je nachdem die Gesinnung, die man innerlich gegenüber einer Erkenntnisgegenstand hat. Und die Gesinnung muss von einem alten zu dem folgenden Zeitalter fortentwickelt werden. Man sollte beim Herangehen der Ausdrücke Steiners wissen, was dieser Einschlag der Wiederkunft Christi und den 2. Weltkrieg real für die gesamte Erde bedeutet. Und so sollten wir im heutigen Sinne die alten Ausdrücke, die für uns ein wahrer Erkenntnis-Spiegel des alten und bereits vergangenen Menschheits-Bewusstseins werden können, um sie dann gemäss dem immer weiter und universeller empfindenden moralischen Herz im Zeitalter des ätherischen Christus entsprechend umzuwandeln. Und das bedeutet die Geburt einer neuen moralischen Gesinnung im Herzen eines jeden Menschen.


Junko Althaus


Zum Teil ungeschrieben am 6., 8. 3. 2012.




























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