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Freitag, 10. Februar 2012

Die Gefahren in einer Gruppen-Meditation Teil 1




Seit einigen Jahren ist eine neue Tendenz in der anthroposophischen Szene eingetreten: die Gruppen-Meditation. Eine spirituelle Meditation, die in kleinen oder grossen Gruppen durch einen leitenden Menschen geführt wird, ist eine weit verbreitete Praxis in der sonstigen Esoterik-Szene. Aber dass in den anthroposophischen Zusammenhängen es häufig praktiziert wird, ist noch verhältnismässig etwas Neues, denn das ist etwas, was eigentlich Rudolf Steiner nie mit seinen Schülern praktiziert hat.

Er hat die Menschen nie gruppenweise in eine voll-meditative Bewusstseinsebene geführt. Eine gemeinsame Meditation mit jemandem war eine Ausnahme, die z.B. nachweislich mit Ita Wegman gemacht wurde. Man kann in dem Fall erkennen, aus welchem Grund er täglich mit ihr eine gemeinsame Meditation geübt hat. Es war eine äusserst tiefe spirituelle Verbindung zwischen Steiner und Wegman vorhanden, so dass das Karma zwischen den beiden sehr lauter und harmonisch war und dass sie seit mehreren Inkarnationen einen gemeinsamen spirituellen Willen zu einer gemeinsamen Mission in sich trugen, hinter der eine geistige Führung steht. auf einem solchen Hintergrund war es möglich, dass Steiner mit ihr eine tägliche gemeinsame Meditation durchführen konnte. Und ausserdem war es eine ganz intime Gemeinschaft, die nur aus zwei Menschen bestand. Wenn Steiner mit mehreren Menschen zusammenarbeitete, führte er die Menschen nicht aus dem Gebiet ihres vollen Bewusstseins weg, in dem das individuelle Ich der einzelnen Menschen jederzeit ein prüfendes Bewusstsein aktivieren konnte und so auch gegen die Einflüsse jeder negativen Eventualität bewaffnet sein konnte.


Die Gefahr der Gruppenmediation besteht z. B. darin, dass durch eine von jemandem geführte Gruppen-Meditation - vor allem keine blosse Entspannungsübung oder Gedankenübung, sondern auf eine direkt spirituelle Art geführte Meditation, in der ein unmittelbarer Bezug auf etwas Übersinnlich-Visionäres ohne ein klares Denkansatz hergestellt wird - die Verbindung der einzelnen Menschen zu ihrem individuellen freien Willen gelockert wird. Das Ich-Bewusstsein, das etwas lockerer wird als sonst, verbindet sich mit einer spirituellen Gruppendynamik, die in der Gruppen-Meditation sich ergibt. Man schläft ein Stück in dieses übersinnliche Gefäss der Gruppenseelenhaftigkeit hinein.

Dieser Zustand ist im gewissen Sinne mit dem Bewusstsein des Menschen, der an einer Kultushandlung teilnimmt, zu vergleichen. Allerdings besteht ein gravierender Unterschied zwischen einer Gruppen-Mediation und einer wirklichen Kultushandlung. Bei einer Kultushandlung entsteht auch eine Gruppenseelenhaftigkeit. Die Gruppenhaftigkeit - sie klingt dem heutigen Ohr allgemein nicht besonders gut, aber sie ist natürlich nicht nur als etwas Schlechtes aufzufassen - kann - so wie Steiner z.B. im Zusammenhang mit der Christengemeinschaft erwähnt - eine wirklich gesund entstehende Gruppenhaftigkeit etwas Kostbares sein, denn es bereitet gewissermassen ein neues Gruppenbewusssein der 6. Kulturepoche vor, das mit dem vollen individuellen Ich-Bewusstsein zu vereinbaren ist.

Aber das Kollektiv-Bewusstsein in einer Gruppen-Meditation ist anders als das in einer Kultushandlung. Bei einer Kultushandlung wird die absolut objektive Form bewahrt. Diese Form ist das reine Abbild des geistigen Geschehens. Sie bildet den wahren geistigen Vorgang treulich ab. Sie ist nicht nur ein Text, eine bestimmte Handlung, sondern sie ist zugleich moralisch. Die wirkliche kultische Form ist etwas, was nicht ein Mensch ausdenken kann. Und dieses reine Abbild des Geistes, das nichts mit der Willkür eines Menschen zu tun hat, wird aus dem Vertrauen zur Objektivität des Kultus von allen Menschen respektiert und eingehalten. Dadurch ist der Teilnehmer in einer wahren Kultushandlung von den zahlreichen spirituellen Gefahren geschützt, die sonst entstehen, wenn man sich gruppenmässig durch die Führung eines Menschen in ein höheres Gebiet begibt, weil dabei das Ich-Bewusstsein des Einzelnen nachlässt und statt dessen das Kollektiv-Bewusstsein des Gruppen-Ich die Oberhand gewinnt. Dabei bekommt die spirituelle Reife des Meditationsleiters eine verheerende Rolle. Die Teilnehmer übergeben sich der Urteils- und Entscheidungsfähigkeit des Leiters während der Meditation, für die man sonst im Alltag selbstverantwortlich ist.

Die Form, die in einer Kultushandlung eingehalten wird, bremst beim einzelnen Menschen einen völlig freien spirituellen Höhenflug. Die feste Form hält ihn davor ab. Das erlebt man deutlich, wenn man sonst nicht in eine Kultushandlung geht, und sie als eine Ausnahme miterlebt. Denn während einer Kultushandlung kann der freie Wille einzelner Menschen nicht voll entfaltet werden. Der freie Wille der individuellen Menschen bleibt gewissermassen ein Stück an die notwendige Form der fest gelegten Kultushandlung gebunden. Aber das ist wiederum ein wichtiger Schutz für die Menschen, die gruppenmässig etwas Spirituelles erleben. Ohne dass sie sich selbst einen bewussten Schutz zu geben lernten, können sie sich durch das treue Einhalten des kultischen Vorganges bis zum gewissen Grad ohne Gefahr zu dem Geistigen erheben. Zwar müssen sie ein Stück den freien Willen hergeben, aber die reine geistige Form ersetzt ihren freien Willen und schützt sie im gewissen Sinne vor dem schädlichen Einfluss, der sonst in der übersinnlichen Welt vorhanden ist.

Nun ist aber ein solcher Schutz in einer Gruppen-Meditation nicht gegeben, denn die Form, die das reine objektive Abbild des geistigen Vorganges ist, ist nicht vorhanden. Man kommt in einen ätherisch-astralischen Gruppenkraft-Komplex hinein, wird zu einem Teil dieser Gruppenseele. Man übergibt sich der Anweisung des Meditationsführers. Der freie Wille der einzelnen Menschen bekommt eine Dämpfung und man begibt sich gleichzeitig in ein übersinnliches Gebiet. Und das ist eine Situation, die mit vielen Gefahren verbunden ist.

Es gibt die zahlreichen Geister in der übersinnlichen Welt, die den Menschen ihren freien Willen entreissen wollen. Der freie Wille der individuellen Menschen ist etwas höchst Kostabres für sie. Wenn der freie Wille so irgendwie von den Menschen unkontrolliert da steht und stückweit in einer Gruppenhaftigkeit aufgegeben wird, dann fallen diese Geister über die Menschen gierig her, um die Substanzen des freien Willens für sich selber zu bemächtigen. Und wenn das geschieht, schwächt der Mensch seine Verbindung zur Herzgegend. Die ätherischen Strömungen, die vom Herz aus im ganzen Menschen sich ausbreiten, werden zurückgehalten. Das Herz ist ein Willensorgan in der Mitte. Das Herz hat nicht nur mit dem Fühlen, sondern sehr innig mit dem freien Willen des Menschen zu tun. Die besondere Wachheit gegenüber dem individuellen freien Willen ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die gesunde Entwicklung des Herz-Organs, welches das eigentliche Christusorgan im Menschen ist.

Teil 2 folgt

Junko Althaus




















Samstag, 4. Februar 2012

Verehrung oder Liebe? - der Grosse Hüter der Schwelle



Die Verehrung ist eine Vorstufe der Liebe. Das Verehren ist ein Aufblicken und eine Liebe ohne das wahre Verstehen. Steiner schildert in „Wie erlangt man...“: wer in der Kindheit gegenüber einer erwachsenen Persönlichkeit die Ehrfurcht empfinden lernte, dem kann sie sich im erwachsenen Alter zur Verehrung der Wahrheit verwandeln. Also die intensive Verehrung gegenüber einer bestimmten Persönlichkeit ist nicht etwas, was im erwachsenen Alter bleiben soll, sondern sie soll sich zur „Ehrfurcht vor der Wahrheit“metamorphorsieren.


Die Verehrung einer Person ist noch keine Liebe. Sie ist die Vorstufe der Liebe. Die Liebe ist höher, bewusster, ichhafter und reifer als eine Verehrung. Die Liebe schreckt nicht vor der Unvollkommenheit und den Schatten der Person zurück. Sie setzt sie sogar voraus, weil die Liebe weiss, dass die geliebte Person auch ein Mensch ist wie alle anderen. Die Liebe hält unverändert vor den Schatten stand. Sie wirft in uns nur eine Frage auf: wieso ist dieser Schatten da, woher kommt er? Die Frage entsteht deshalb, weil die Liebe es verstehen will. Die Liebe braucht keine Illusion, in der die Schatten der Person versteckt und ausgeblendet werden, denn sie weiss, das Unvollkommensein gehört zum Menschsein.

Die Verehrung aber erschreckt vor einer Unvollkommenheit an der Verehrungsperson zurück und will von ihr wegschauen. Die Schatten sind nicht zu vereinbaren mit der Ehrfurchtperson. Die idealistische Verehrung macht uns unfrei, lässt uns nicht die Wahrheit sehen. Wir werden gefangen in unseren Vorstellungen.

Einige Menschen können nicht leiden, dass ihr Idealbild z.B. Marie Steiner durch die historischen Dokumentationen zusammenbricht. Ist es eine Liebe oder eine Verehrung? Wenn sie sie wirklich lieben – nicht bloss sie idealisieren wollen, können sie ruhig beobachten, wie die Schatten an Marie Steiner gewesen sind, so wie das Licht an ihr leuchtete.


Seitdem ich dem Grossen Hüter der Schwelle – wer die Schilderung Steiners über ihn kennt, weiss wie und wer dieser Hüter ist – begegnete, weiss ich, wie ein Erdenmensch tatsächlich vor einem solchen Wesen dasteht. Man denkt vielleicht, als Mensch ist man nicht schlecht vorangekommen - man hat einige Fortschritte gemacht und die früheren Inkarnationen erkennen gelernt u.s.w. Aber wie klein ein Mensch vor so einem Wesen wie es der Grosse Hüter der Schwelle ist - der als das vollkommene Urbild der Menschheit dasteht - erkennt, wer vor ihm steht.

Welche majestätische Geistgewalt, welche universelle Lebensmacht von so einem Wesen unmittelbar ausgeht – im Vergleich zu einem Wesen, das auf der Erde als Erdenmensch seine Inkarnation mit Karma durchlebt – erfährt man genauso wie Steiner es in seinen Schriften schildert. Der Hüter mahnt uns - so wie Schilderung Steiners - vor dem spirituellen Hochmut, vor einer leichtsinnigen Annahme eigener geistigen Fähigkeiten.

Vor diesem Wesen mit seiner leuchtenden kosmischen Gewalt verblasst jeder Erdenmensch. Seine Waffe ist eine Liebe, welche die wahre geistige Macht ist. Und wer so etwas erlebte, weiss, es ist ein Unsinn, einen Erdenmenschen als den eigenen Führer für sich zu sehen und zu idealisieren, denn der wahre Führer kann nicht ein Erdenmensch, der in unserer Vorstellung idealisiert wird, sondern das Christus-Wesen sein, das uns heute in der Ätherwelt erscheint. Vor diesem Wesen kommt ein menschlicher Streit, wer der Grösste unter den Menschen sein soll, völlig absurd vor. Die menschliche Unvollkommenheit - das ist es, was die Menschen gemeinsam haben. An einem bestimmten Menschen dies auszublenden führt uns zu einer Unwahrheit.



Aus Anthrowiki


"Er (der Geistesschüler) hat sich zu einer Wahrnehmung seines höheren Ich durchgerungen, und er hat bemerkt, wie er weiter zu arbeiten hat, um seinen Doppelgänger, den «Hüter der Schwelle», zu beherrschen. Er hat aber auch die Begegnung gehabt mit dem «großen Hüter der Schwelle», der vor ihm steht wie ein stetiger Aufforderer, weiterzuarbeiten. Dieser «große Hüter der Schwelle» wird nun sein Vorbild, dem er nachstreben will. Wenn diese Empfindung in dem Geistesschüler auftritt, dann hat er die Möglichkeit erlangt zu erkennen, wer da eigentlich als der «große Hüter der Schwelle» vor ihm steht. Es verwandelt sich nämlich nunmehr dieser Hüter in der Wahrnehmung des Geistesschülers in die Christusgestalt, deren Wesenheit und Eingreifen in die Erdenentwicklung aus den vorhergehenden Kapiteln dieses Buches ersichtlich ist. Der Geistesschüler wird dadurch in das erhabene Geheimnis selbst eingeweiht, das mit dem Christus-Namen verknüpft ist. Der Christus zeigt sich ihm als das «große menschliche Erdenvorbild»." GA 13

http://wiki.anthroposophie.net/Großer_Hüter_der_Schwelle



Junko Althaus


















Freitag, 2. Dezember 2011

Das tiefe Leid R. Steiners - Marie Steiner widersetzte sich seiner Initiative



Osker Schmiedel berichtet von der Hetze Marie Steiners gegen Wegman in seiner Aufzeichnug. Er tat es aus einem schweren Herzen, weil er Marie Steiner sehr verehrt hat. Aber er schilderte viele Vorkommnisse, die mit der Hetze gegen Wegman zu tun haben, aus dem Treuegefühl zu Steiner und Wegman. Und darin wird das tiefe Leid Steiners sichtbar an dem veränderten Vertrauensverhältnis zwischen ihm und Marie Steiner, denn sie blockierte zusehends den Willensimpuls Steiners für die Weiterführung der Gesellschaft. Und das ist erschütternd und macht den Leser tief betroffen. Es ist dringend nötig, dass diese Dinge gewusst werden.


Zitat Beginn ( Die Bearbeitung durch die Farben: J.A. )

"So schwer es mir fällt, möchte ich nun über Frau Dr. Steiner und ihr Verhältnis zu Frau Dr. Wegman sprechen. ...Es kann gewiss niemand mehr als ich die Bedeutung desjenigen schätzen, was sie (Marie Steiner) für die Anthroposophische Bewegung getan hatte. Es kann niemand mehr würdigen ihre unermüdliche, selbstlose und aufopfernde Arbeit für dieselbe als ich. Ohne sie hätte die Anthroposophische Bewegung nie das werden können, was sie geworden ist. Ich habe fast von Anfang an diese Arbeit beobachten können, was sie geworden ist. Ich weiss, wie sehr Dr. Steiner Frau Dr. Steiner schätzte und wie unendlich dankbar er ihr für ihre Mitarbeit war. Mein persönliches Verhältnis zu ihr war immer ein gutes. Ich lernte sie persönlich etwas im Dezember 1907 kennen und konnte ihr nur die grösste Sympathie entgegenbringen. ...Es ist mir daher um so schwerer, gerade über Frau Dr. Steiner so zu sprechen, wie ich es im folgenden tun muss. Doch kann ich nicht anders, wenn ich über die erschütternde Vorgänge, die nach dem Tode Rudolf Steiners sich ereigneten, etwas aussagen soll.

Schon früher war es immer bedrückend, wenn man hin und wieder durch irgendeinen Zufall Zeuge wurde oder wenn man erzählt bekam, wie es mitunter Dr. Steiner schwer hatte, wenn Frau Dr. Steiner sich in heftiger Weise gegen Dinge wandte, die er durchgeführt wünschte. Und wie er ihr dann in einer gütigen und geduldigen Weise zusprach oder auch von seinem Wunsche Abstand nahm. Unendlich traurig wurde es für mich, als ich sah und erfuhr, mit welchem Unverständnis und - ja, das Wort muss gesagt werden - Hass Frau Dr. Steiner sich gegen Frau Dr. Wegman stellte und dies noch zu Lebzeiten Dr. Steiners. Wie sehr muss Rudolf Steiner darunter gelitten haben, da er Frau Dr. Wegman in dem Masse, wie er es getan, hochgeschätzt hat. Wieweit muss dies gediehen gewesen sein, dass er zwei Tage vor der Weihnachtstagung zu mir die bereits angeführte Worte sagen konnte. Ich möchte diese Worte ihrer Bedeutung halber hier noch einmal wiederholen: „Wenn die Hetze gegen Frau Dr. Wegman so weitergeht, so wird sie zur Zersprengung der Gesellschaft führen. Und diese Tendenz macht sich auch in meiner nächsten Umgebung bemerkbar, aber ich werde ihr auch da auf das Energischste entgegenbringen.“ Es ist unzweifelhaft, dass mit diesen letzten Worten Frau Dr. Steiner gemeint war, wenn ich bedenken, was ich sonst über ihre Stellung und über diejenige ihrer Umgebung zu Frau Dr. Wegman hören konnte.

Und es ist tief erschütternd für mich immer der Gedanke gewesen, was Dr. Steiner erfahren haben mag, wenn er zwei Tage vor der Weihnachtstagung sich veranlasst sah, von dem ihm nächststehenden Menschen in dieser Art zu mir zu sprechen. Aber diese Tendenz, die nach Rudolf Steiner zur Zersprengung der Gesellschaft führen müsse, lebte weiter in Frau Dr. Steiner und sie kam nach dem Tode Steiners zur vollen Auswirkung. Es war unsäglich schmerzvoll für mich, wenn ich nach dem Tode Dr. Steiners immer wieder hören musste, in welcher Art Frau Dr. Steiner von Frau Dr. Wegman sprach. So kam zum Beispiel einmal en älterer Arzt von einer Unterredung mit Frau Dr. Steiner ganz gebrochen zu mir. Er war tief erschüttert von dem eben Gehörten, obwohl er selbst nicht viel für Frau Dr. Wegman übrig gehabt hatte. Er konnte lange sich nicht fassen und wiederholte immer wieder: „Das ist ja ganz furchtbar, was Frau Dr. Steiner mir alles über Frau Dr. Wegman gesagt hat.“

Oder ein eigenes Erlebnis. Ich hatte mit Frau Dr. Steiner rein sachlich über einen eventuellen Kauf eines der Futurum gehörenden Hauses zu verhandeln. (1926?) Ich erwähnte bei diesm Gespräch beiläufig, dass es, wenn sie es nicht kaufen wolle, Frau Dr. Wegman es erwerben würde. Da kamen, wie aus der Pistole geschossen, aus dem Munde Frau Dr. Steiners die Worte: „Dr. Wegman, die Leiterin der Esoterik sein will!“ Es waren diese Worte und die Art, wie sie gesprochen wurden, um so erschreckender für mich, als bei dieser sachlichen Verkaufsvershandlung keinerlei Anlass für sie gegeben war und über Frau Dr. Wegman überhaupt nicht gesprochen wurde. Und ebenso wie Frau Dr. Steiner sich gegenüber Frau Dr. Wegman verhielt, so verhielten sich auch diejenigen, die ihre Mitarbeiter waren oder sich sonst irgendwie zu ihr zählten.

Ein Vorfall war für mich ganz besonders erschütternd. Nach einem Vortrag von Dr. Steiner stand ich im Vorraum der Schreinerrei und neben mir eine Dame, die zu dem Stab von Frau Dr. Steiner gehörte. Als Dr. Steiner mit Frau Dr. Wegman aus dem Saale kam und mit ihr in das Atelier ging, warf die neben mir stehende Dame einen hasserfüllten Blick auf Frau Dr. Wegman und zischte: Wenn dies nur einmal bald aufhören würde! Es geschah dies dazu noch nach der Weihnachtstagung, ich glaube, es war August 1924! Herr Dr. Steiner hatte die Gewohnheit angenommen, jedesmal nach seinem Vortrag mit Frau Dr. Wegman in das Atelier zu gehen und dort noch etwas mit ihr zu arbeiten, soviel ich hörte, an dem medizinischen Buch.)

Dieser Hass, der von den Freunden von Frau Dr. Steiner Frau Dr. Wegman entgegengebracht wurde, erschien mir immer wie etwas aus Tiefen Hervorkommendes, etwas, das in seiner Intensität und Selbstverständlichkeit nicht durch die Taten und Eigenschaften von Frau Dr. Wegman begründet war und durch sie verursacht werden konnte. "

Zitat Ende


Die bedeutsame Beziehung zwischen Steiner und Marie Steiner war in Wirklichkeit bereits vor seinem Tod nicht mehr die gewesen, die einmal war. Wie stark Steiner darunter gelitten haben musste, kann man sich vorstellen. "Schon früher war es immer bedrückend, wenn man hin und wieder durch irgendeinen Zufall Zeuge wurde oder wenn man erzählt bekam, wie es mitunter Dr. Steiner schwer hatte, wenn Frau Dr. Steiner sich in heftiger Weise gegen Dinge wandte, die er durchgeführt wünschte. Und wie er ihr dann in einer gütigen und geduldigen Weise zusprach oder auch von seinem Wunsche Abstand nahm. "

Diese Art der Berichte stammt von mehreren Menschen. Und das macht mich heute noch sehr stark betroffen, obwohl ich es schon lange kannte. Diese kostbare karmische Beziehung, die in der ersten Phase der Anthroposophie so einmalig leuchtete, wurde wegen eines karmischen Schwachpunktes ihrer Beziehung durch die Einwirkung der antimichaelischen Geister stark angegriffen. Marie Steiner hinderte wirklich die Initiativen Steiners bereits zu seinen Lebzeiten. Und das ist eine irdische Tatsache, die seitdem zu dem Karma dieser Beziehung gehört, auch wenn die übersinnlichen Kräfte der Widersacher dabei mit am Werk waren.

Marie Steiner hatte etwas Kosmisches an sich, hatte die Qualitäten aus dem vorchristlich-kosmischen Bewusstsein in sich bewahrt. Sie hatte aus diesem Grund schwer, sich an einem zeitgemässen Christuswirken im menschlich-individuellen Karma wirklich zu interessieren. Aber das war genau die Erdenmission Steiners, die mit der Anthroposophie zusammenhing. Dadurch konnte Marie Steiner immer weniger Steiner inspirieren. An der höhere Logik orientierten anthroposophischen Karmaforschung interessieren sich diejenigen Menschen, welche die kosmische Dimension der Weisheit - die kosmische Intelligenz Michaels - jetzt im konkreten menschlichen Erdenleben individuell wieder finden und eigenständig und bewusst ergreifen wollen. Marie Steiner wollte aber durch ihre Neigung keine bewusste Auseinandersetzung mit dem Karma, wollte die Dinge aus einer hierarchischen Mysterienordnung her ordnen. Sie wollte die kosmische Dimension der alten Mysterien eben ohne Karmaforschung in der Anthroposophischen Gesellschaft fortsetzen, weil die konkrete Karmaforschung ihr zu stark irdisch vorkam.

Sie hatte viel Weisheit im Sinne der vorchristlichen Mysterien, die sie möglichst rein behalten wollte. Deshalb aber besass sie wenig "geronnene Liebe", welche eine Frucht der Persönlichkeitskultur ist. Die nachchristliche Persönlichkeitskultur ist ausgesprochen schattenvoll und unvollkommen im Vergleich mit den alten Mysterien. Sie verursacht unvermeidlich den Verlust der kosmischen Dimension, bringt den Menschen richtig mit der Erde in Verbindung. Man muss tiefer in die Erde herunter steigen. Das entsprach aber nicht der karmischen Neigung Marie Steiners. Sie konnte damit nicht richtig umgehen. Das sieht man deutlich an dem Vorkommnis mit Schure.

Allerdings kann der Mensch erst durch den Verlust der kosmischen Weisheit die individuell geronnene Liebe durch die karmische Auseinandersetzung in sich entwickeln. Marie Steiner wollte aber die Anthroposophie als eine Esoterik ohne praktische Karmaforschung bewahrt haben. Und dadurch ist eine unüberbrückbare Kluft zwischen Steiner und Marie Steiner immer mehr, ganz besonders in der letzten Wirkensphase Steiners, erzeugt worden. Und in diese entstandene Kluft haben die antimichaelischen Geister voll eingegriffen. Die Qualität Marie Steiners, die an sich etwas ist, was für die Entwicklung der Anthroposophie unverzichtbar war, musste durch diese Geister für den Kampf gegen Steiner und Michael missbraucht und ausgenützt werden. Marie Steiner durchschaute dies aber nicht vor ihrem Tod. Seitdem leidet die äusserst bedeutsame karmische Beziehung zwischen den beiden Individualitäten auf ernsthafte Weise unter einer Lähmung. Dies muss man heute klar erkennen.

Junko Althaus


















Donnerstag, 1. Dezember 2011

Herz orientierte Biographiearbeit - Mein Buch auf japanisch




Endlich ist so weit. Mein japanisches Buch ist fertig.

"Die Herz orientierte Biographiearbeit
- das Tor der Seele öffnen"






Sehr sehr lange hat es gedauert, bis es wirklich fertig stand. Wenn man eine eigene Methode erfindet, muss man vielleicht doch mit so einem langen Prozess der Reifung rechnen. Ich konnte wirklich keine Literatur ausser Steiner zur Hilfe nehmen.

In diesem Buch ging ich ausführlich darauf ein, dass die Wahrnehmungen des Herzen nicht mit der Sympathie gleich zu setzen sind. Alle Gefühle und Empfindungen, Stimmungen werden zuerst als gegebene Tatsache angenommen als die Erkenntnisgegenstände, so wie die äusseren Gegenstände in der Aussenwelt. Die negativen Gefühle werden in der Betrachtung überhaupt nicht bekämpft, sondern objektiv betrachtet. Das hat nichts mit der psychologisierenden Interpretation zu tun. Man interpretiert nicht, sondern lässt die Tatsachen der Empfindungen selber sprechen. Das ist das Goetheanistische daran, auch wenn es nichts mit den äusseren Natur-Gegenständen zu tun hat, sondern allein mit den unsichtbaren Empfindungen und Gefühlen. Aber das Prinzip ist dasselbe.

Durch diese goetheanistische Beobachtung nach innen kann man erkennen lernen, dass viele Vorstellungen und Aussagen eines Menschen stark von den nicht genug erkannten Gefühlen beeinflusst werden. Wenn man das Herz schult, kann man dazu kommen, dass die Gefühle für sich selber sprechen, was sie zum Ausdruck bringen wollen. Durch diese Art der goetheanistischen Praxis nach innen wird das Herz zu einem Erkenntnisorgan ausgebildet. Und das belebt und ergänzt das Denken, das sich sonst heute immer mehr in einer bloss gescheiten Intellektualität austrocknet. Die Grundlage meiner Herz-Ausbildungsmethode stammt aus meiner eigenen Erfahrungen und aber auch aus einer Aussage Rudolf Steiners über das Herz als das Wahrnehmungsorgan, mit dem man mutvoll die innere Welt inklusiv der negativen Emotionen beleuchtet und mit der man zuletzt zu der Spähre der Ewigkeit kommt.

Die Grundhaltung dabei ist genau die Erkenntnispraxis Steiners, die ich im letzten Artikel anhand des Beispiels von Osker Schmiedel vorgestellt habe. Nicht vom Negativen wegschauen, sondern durch das Negative hindurch schauen, damit man eine wahre Botschaft hinter dem Negativen als Qualität erkennen kann. Wo nur das Positive, das Schöne und das Gemeinsame, das Harmonische gesehen und gesucht wird, kann keine Wahrheit erkannt werden.


Junko Althaus
















Montag, 28. November 2011

Das Herz bedeutet nicht zugleich die Sympathie - Die Erkenntnispraxis R. Steiners




Osker Schmiedel berichtet in einer Aufzeichnung, dass er 1923 kurz vor der Weihnachtstagung emotionalisiert zu Steiner ging, weil er mit Wegman wegen einer Sache der Arbeit nicht zurecht kam. Dabei schildert er, wie geduldig Steiner ihm zuhörte und nichts verneinte, was er gegen Wegman vorbrachte. Steiner sprach nach einem reichlichen Zuhören von den positiven Eigenschaften Wegmans, ohne die vorgebrachten Kritiken zu korrigieren. Schmiedel schreibt, wie gütig, geduldig Steiner dabei auf ihn wirkte. Er war sehr beeindruckt von der Art, in der Steiner tief das Wesentliche eines Menschen beleuchtet konnte.

Schmiedel erlebt dabei gerade das Gegenteil von dem, was Marie Steiner im Nachrichtenblatt im Aufsatz "Aktuelles" als den unvermeidbaren Grund für den Zwangausschluss der Mitglieder 1935 ausführte. Marie Steiner beurteilte sinngemäss die Zusammensetzung der Mitarbeiter in ihrem wichtigen Posten seit der Weihnachtstagung als ein unvollkommenes Ergebnis. Es heisst sinngemäss in dem Aufsatz Marie Steiners, dass R. Steiner sich betrügen liess, weil er sich als Okkultist verbieten musste, das Ungute im Menschen überhaupt zu sehen. Und dieser unvermeidbare Mangel des Okkultisten muss jetzt wieder gut gemacht werden dadurch, dass diese Menschen, welche den Schwachpunkt Steiners missbraucht und ihn betrogen haben sollen, ausgeschlossen werden, damit die Gesellschaft gereinigt wird, so wie sie schrieb ( bereits im letzten Artikel zitierte Stelle) :
"Der Lehrer (Steiner) aber, an den man sich klammert, der das Drängen und Streben um sich sieht und die Begabungen an ihrem Platz stellen mag, sagt, wenn er ein rechter Geistesforscher ist: Ebensowenig wie ich die geschlossene Kommode eines anderen öffne, um nachzusehen, was in ihr liegt, ebensowenig darf ich als Geistesforscher die geheimen Fächer der Seele durchsuchen, um nachzuforschen in dem, was da verborgen ruhen mag. Schon der Gedanke, dass sich hinter den vorgebrachten guten Absichten anderes verbirgt, stärkt das noch im Unterbewusstsein schlummernde Ungute. Und der Gedanke des Okkultisten ist eine stärkere Kraft als der gewöhnliche Gedanke. Er untersagt sich deshalb diesen Gedanken, auch wenn er Grund hat, ihn zu ahnen, auch wenn er Grund hat, auch wenn er deshalb zunächst die nähere Verbindung mit solchem Schüler abgelehnt hat. «Der Okkultist (Steiner) muss sich betrügen lassen»."


Schmiedel schildert aber in der Aufzeichnung ein genau entgegengesetztes Erlebnis mit Rudolf Steiner. Weil die Behauptung Marie Steiners von der ungenügenden Urteilsgrundlage R. Steiners gegenüber den Mitarbeitern wegen des Ausschlusses eine äusserst folgenschwere Bedeutung besass, gewinnt die folgende Schilderung von Schmiedel, die er selber mit R. Steiner erfuhr, eine entscheidende Bedeutung, um die Tatsache zu erkennen, wie es mit der wahren Erkenntnispraxis R. Steiners in Bezug auf die Menschen gewesen sein muss.

Zitat Beginn
"Für diese unendliche Geduld und Güte, mit denen Dr. Steiner mich angehört, mit denen er seine eigenen Ausführungen vorgebracht hatte, war ich ihm unendlich dankbar und dies besonders, als mir allmählich immer mehr die Bedeutung und Tragweite der Unterredung klar wurde. Ich lernte da vor allem die Art und Weise kennen, wie man eine Persönlichkeit beurteilen muss, wie man lernen muss, durch Negatives hindurch zu sehen auf das Positive der Persönlichkeit, ohne dabei das eventuelle Vorhandensein von Negativen wegzuleugnen und auch demgegenüber nicht blind zu sein.
.... Dr. Steiner war ich so sehr dankbar, dass er mir gewissermassen die Technik einer solchen Übung vordemonstriert hat.
...Als ich am nächsten Morgen zur Weihnachtstagung hinaufging (24. Dezember) begegnete ich unterwegs Dr. Wegman. Ich sprach sie an und wir unterhielten uns in der herzlichsten Weise.... Ich rechne es Frau Dr. Wegman hoch an, dass sie, obwohl ich überzeugt bin, dass ihr Rudolf Steiner alles von mir Gesagte wieder erzählt hatte, es mich nie merken liess und dass sie im Gegenteil bei dieser ersten Wiederbegegnung, aber auch später mir mit einer Herzlichkeit begegnete, als ob nichts vorgefallen wäre....Und noch dankbarer war ich, als ich sofort im Eintritt in den Vorraum der Schreinerei Dr. Steiner traf und ihm freudig sagen konnte: "Herr Dokter, die Angelegenheit ist nun erledigt, ich habe gerade Frau Dr. Wegman getroffen." Ich hätte nie gedacht, dass Dr. Steiner sich in diesem Masse darüber freuen würde, wie er es getan hat. Mit einer grossen Herzlichkeit nahem er meine Hand, klopfte mir auf die Schultern und sprach ein paar liebe Worte. Es war mir, als ob ein warmer Strom der Liebe und Freude von ihm zu mir gehen würde. Es war mir, als ob ich ihm das Versprechen ablegen sollte, in Zukunft an der Seite Dr. Wegman in Treue zu stehen. Im Geiste gab ich ihm damals auch dieses Versprechen."
Zitat Ende


Die Tatsache, dass die Behauptung Marie Steiners nicht der Wahrheit entspricht, geht aus der Schilderung Schmiedels hervor. Schmiedel war sehr beeindruckt vom praktischen Vorgehen Steiners, dass er das eventuelle Auftreten der unvollkommenen Seite des Menschen nicht verneinte, sondern ganz im Gegenteil es als etwas, was wirklich zu diesem Menschen Gehöriges annahm. Nicht so wie Marie Steiner in ihrem Aufsatz behauptet, verbot er sich, eine schwierige Seite des Menschen wahrhaftig zu erkennen. Er schaute aber gerade durch das hindurch und erkannte die wahre Qualität dieses Menschen, so dass das eigentliche Urbild dieses Menschen sichtbar wurde. Und Steiner wusste deshalb die zum Teil sichtbar werdende schwierige Seite und die dahinter steckende wahre Qualität im Menschen.

Genau dies, die Schwierigkeiten, die auftreten, nicht zu verleugnen oder wegzuschauen gehört zu einem wahren Herz-Denken durch die Anwendung der neuen Herz-Logik. Durch die Sympathie oder Verehrung zu jemanden nur die gute und lichte Seite sehen zu wollen und immer alles aus einer Sympathie heraus zu beurteilen, hat nichts mit der wahren spirituellen Tätigkeit des Herzens zu tun. Die Vorstellung, die in der heutigen New Age Richtung verbreitet ist, dass das Herz zugleich das Sinnbild der Liebe bedeute (dabei ist es mit der Liebe aber Sympathie gemeint ), entspricht dem anthroposophischen Verständnis Steiners von dem geistig-seelischen Sinnesorgan des Herzens nicht.

Die Sympathie oder die Zuneigung sind die Gefühle, die mit dem Herz verbunden sind. Das Herz aber, das als ein geistig-seelisches Organ für das Herzdenken im Sinne R. Steiners angewendet wird, und auch von mir immer in den Artikeln gemeint ist, hat einen erweiterten Wahrnehmungs- und Erkenntnis-Charakter und kann nicht von einer bestimmten Gefühlsrichtung wie persönliche Sympathie beherrscht sein. Wenn es so wäre, könnte es nicht als ein Wahrnehmungsorgan verwendet werden (In den letzten drei Vorträgen des Zyklus "Makrokosmos und Mikrokosmos" spricht Steiner davon. Dort wird es klar, dass die Wirkung des Herzens überhaupt nicht mit der Sympathie gleichzusetzen ist. ). Und genau durch diese meisterhafte Anwendung des Herzorgans konnte R. Steiner seine Art des Menschenverständnisses gewinnen. Es wurde aber damals von vielen Menschen - auch von Marie Steiner von Sivers - nicht verstanden.


Es ist wichtig, dass die Nachwelt davon erfährt, dass die Hetze gegen Wegman und viele andere Mitglieder 1935 nicht nur wegen dieser Menschen, die ausgeschlossen worden sind, Schwerwiegendes bedeutet. Das eigentliche Problem liegt darin, dass Steiners Menschenerkenntnisse und Urteilsfähigkeiten dadurch in Frage gestellt und verneint worden sind. Aus diesem Grund ist es karmisch sehr bedeutsam, sich mit dem Ausschluss zu beschäftigen, denn seither ist eine Gesellschaft entstanden, die einerseits das Werk Steiners inklusiv der Weihnachtstagung zu schätzten behauptet und andererseits die Entscheidung der Weihnachtstagung, die Steiner traf und von der geistigen Führung wohlwollend betrachtet wurde, derartig korrigieren hat, weil sie angenommen hat, dass Steiner im Grunde genommen von den bestimmten Mitgliedern betrügen liess, weil er als Okkultist ihre Schwächen nicht klar erkennen durfte. Das ist nichts anderes als ein Angriff auf R. Steiner und sein Werk. Diese zwei Seiten, die durch den Ausschluss an der Gesellschaft entstanden sind, widersprechen sich stark. Daran ist eine Verlogenheit entstanden, die nicht klar durchschaut werden konnte. Es ist höchste Zeit, dass dieser folgenschwere Widerspruch, der unbemerkt den Geist der Unwahrhaftigkeit erzeugt, erkannt und ernst genommen wird.

Die Folgen davon kann man natürlich nicht auslöschen dadurch, dass man nach dem Tod Wegmans den Ausschluss formell wieder rückgängig gemacht hat. Man muss sich vorstellen, wie die Individualität Steiners diesen Vorgang damals in der geistigen Welt mitverfolgt hat und wie sie es empfunden haben musste. Wie musste es ihm dabei gehen? Wie stark musste er weiter leiden? Oder sagt man dass er freudig den Ausschluss und den Aufsatz Marie Steiners betrachtet hat?

Wie ist seitdem die Beziehung seiner Individualität zu der Individualität Marie Steiners geworden? Was waltet seither zwischen der Individualität Steiner und der von Marie Steiner? Es kann nicht sein, dass seine Individualität nach dem Ausschluss zu der Individualität Marie Steiners genauso stehen kann, wie R. Steiner vor seinem Tod zu Marie Steiner stand. Diese karmische Verbindung, die für die Entwicklung der gesamten Entwicklung äusserst wichtig ist, ist seit dem Ausschulss völlig gestört. Das ist keine normale Wirkung des Karma zwischen Steiner und Marie Steiner, sondern das ist die Wirkung der ahrimanischen Geister, welche die Anthroposophie bis heute heftig attackieren. Diese Geister haben den karmischen Schwachpunkt Marie Steiners stark missbraucht.

Wie muss die Individualität Steiners gegenwärtig seelisch und geistig zu dieser Gesellschaft stehen, welche eine klärende Aufarbeitung für seine Individualität und den Willen bis heute nicht gemacht hat? Ist es eine treue Haltung der Gesellschaft zur Individualität R. Steiners? Das sind die Fragen, die heute dringend behandelt werden müssen.


Junko Althaus




















Montag, 21. November 2011

Woran erkennt man an einem Menschen die wahre Michael-Schülerschaft ?




Seitdem Marie Steiner von Sivers sich durch ihren persönlichen Stolz und Ehrgeiz nicht der Wahrheit, sondern der Unwahrheit hingegeben hat und dadurch zuletzt Ita Wegman und viele andere Anthroposophen aus der Gesellschaft mit Hilfe der ahrimanisch-antimichalischen Geistern ausgeschlossen wurden, kann bei ihr keine wahre Michael-Schülerschaft mehr bestehen. Und damit stehen die Funktionäre der A. Anthroposophischen Gesellschaft - samt Hochschule am Goetheanum - die vom physischen Goetheanum her zentralistisch ihre Machtpolitik bis heute durchsetzen, stets unter dem Einfluss der Antimichael-Geister.

Auch die Menschen, die aus einem lauteren Willen heraus ein funktionelles Amt übernehmen, werden mit der Zeit durch die reale Macht der anti-michaelischen Gruppenseelenhaftigkeit in der Gemeinschaft der Funktionäre eingeschüchtert und zu einem Umdenken und Umwollen bearbeitet. Wer sich durch diesen Gruppenzwang nicht bezwingen lassen will, wird entlassen oder geht selber davon. Diese Dinge machen die Funktionäre nicht sehr bewusst, sondern viel mehr jene anti-michaelische Gruppenseelenhaftigkeit arbeitet in ihnen, die seit dem Ausschluss Wegmans in der A. Anthroposophischen Gesellschaft statt des Geistes Michaels Platz eingenommen hat. Seit dem Aussschluss Wegmans können der Geist Michaels und das michaelische Gewissen definitiv nicht in der irdischen Institution A. A. Gesellschaft, sondern, nur im Herz einzelner Ich-Menschen leben und gepflegt werden.

Bisher hat man diese Konflikte zwischen Marie Steiner und Ita Wegman fast nur aus der menschlichen Sicht betrachtet. Dabei kann man allerlei sagen. Aber diese Tatsache, dass die Individualität Steiners und diejenige von Ita Wegman schon seit abertausenden Jahren für ihre gemeinsame Aufgabe Michaels intensiv zusammenarbeiten und dadurch Michael Ita Wegman als neben Steiner die Leiterin der Michalelschule auswählte, kann nicht aus irgendwelchen persönlichen Beleidigungen der Menschen korrigiert werden. Marie Steiner von Sivers lehnte sich gegen Michael auf, nach dessen Willen ein anderer Mensch als sie selber die Michaelschule auf der Erde leiten soll. Damit trennte sie sich von dem Wesen Michaels.

Dieser Fehler von Marie Steiner von Sivers hat bis heute eine gravierende Auswirkung auf die gesamte Entwicklung der Anthroposophie. Und die Individualität Marie Steiner von Sivers selber lebt bis heute im gewissen Sinne in einer ahrimanischen Gefangenschaft und kann ihre eigentliche kosmische Dimension, die so grossartig ist, nie richtig entfalten, weil sie stets von den ahrimanischen antimichaelischen Geistern wegen ihrer okkulten Gefangenschaft missbraucht wird. Die Entwicklung der Anthroposophie ist aus diesem Grund bis auf den heutigen Tag erheblich gebremst. Für die Individualität Marie Steiner von Sivers gibt es keine wahre Zukunft, ohne dass die Nachwelt ihren Fehler im Verzicht auf die Verschönerung oder Idealisierung betrachtet und die Wahrheit wieder über die Unwahrheit, die durch eine luziferische Selbstüberschätzung entstand, hingestellt hat.

Nur derjenige Mensch, der ehrlich die eigenen Schatten zu betrachten vermag, kann erst wahrhaftig die kosmische Seite des Menschseins in sich beleuchten.




Woran erkennt man an einem Menschen die wahre Michael-Schülerschaft?

Diejenigen, die im wahren Sinne der Schüler Michaels sind, sind die Menschen, die in sich ein klares Gewissen spüren, welches sich ganz unabhängig von der Intention einer irdischen Institution aufrecht erhält. Das michaelische und unbestechliche Gewissen haben sie aus ihrer treuen Michael-Schülerschaft aus der übersinnlichen Welt mitgebracht. Die Liebe zur Wahrheit in ihnen ist durch nichts zu bezwingen. Sie sind die Menschen, die weit entfernt von dem sind, eine blosse Verehrung oder Sympathie oder eine Pflicht gegenüber einer Gesellschafts-Autorität über die wirkliche Wahrheit zu stellen. Genau den Fehler, den viele Anhänger und Verehrer von Marie von Sivers in der Hetze gegen Ita Wegman taten und bis heute noch tun, werden sie nicht tun, falls sie es getan haben, werden sie später eine klare karmische Schuldempfindung in sich wahrnehmen, durch die sie zu einer ehrlichen Selbsterkenntnis kommen. Sie sind unabhängig von der Politik der Gesellschaft und haben keine extra Hoffnung auf die Führung der Gesellschaft, denn sie stellen dort die zunehmenden Selbstdarstellungen und die Opposition zum Geist Steiners fest. Die wahren Schüler Michaels tragen einen unbiegsamen Willen in sich eine wahre Anthroposophie in der Welt zu vertreten. Und sie arbeiten unabhängig von persönlichen und machtpolitischen Förderungen durch die Funktionäre der Gesellschaft, welche sie abhängig machen und zuletzt ihnen die Freiheit zur Wahrheitsfindung rauben. Sie arbeiten rein aus ihrer eigenen geistigen Substanz, die sie aus ihrer inneren Verbindung zum Wesen Michaels ununterbrochen schöpfen können.


Junko Althaus











Mittwoch, 9. November 2011

Wieso der Buddha heute den Westen inspirieren muss - Moral und Liebe mit dem Denken verbinden


Zitat aus GA 130

DER CHRISTUS-IMPULS IM HISTORISCHEN WERDEGANG
Locarno, 19. September 1911 Zweiter Vortrag R. Steiners

„Was ist die Aufgabe des Buddha da draußen in der Welt des Geistes? Es ist seine Aufgabe, immerdar in unseren Herzen zu entzünden jene Kräfte, aus denen herausgeholt werden kann hohe Weisheit. Als eine solche müssen wir die eine Strömung verstehen, die durch unsere Welt fließt: es ist die Buddha-Strömung. Sie ist auch in der einen Form repräsentiert, die durch unser Jahrhundert fließt, wenn auch verabstrahiert. Wir müssen aber suchen, die okkulte Bedeutung einer jeden Geistesform zu erkennen. Zu dieser Strömung tritt die andere hinzu, die ihren Anfang genommen hat in dem Mysterium von Golgatha, die sich mit der Buddha-Strömung zu einer notwendigen Ganzheit verknüpft hat und die wir ebenso aufnehmen müssen im irdischen Leben. Diese Strömung, die von Golgatha ausgeht und an der teilnehmen müssen alle Menschen, die kommt nicht nur innerlich an den Menschen heran, sondern sie ist eine solche Strömung, daß sie unser gesamtes Erdendasein durchdringt. Während wir in der Buddha-Strömung, wie in jeder anderen, eine solche haben, die uns alle als Menschen betrifft, haben wir in der Christus-Wesenheit einen kosmischen Einschlag.

.....Wir sehen, wie sich alle diese Ereignisse um das zukünftige Christus-Ereignis gruppieren. Und wenn wir den ganzen geistigen Werdegang in seiner fortschreitenden Entwickelung nehmen, so sehen wir: Der im Liebesfeuer sich hinopfernde Buddha ist der Inspirator unserer Geisteswissenschaft.

Damit haben wir die zweite Strömung vor unsere Seele gestellt, die sich mit der ersten verbinden soll. Viel Überraschendes werden die nächsten Jahre der Erde bringen. In allen Dingen, die in solcher Weise auftreten werden, können wir das Christus-Prinzip wahrnehmen, während wir den Buddha-Impuls mehr innerlich gewahr werden.

....Bedenken wir, wie weit wir davon noch entfernt sind, wie viele sagen können: das muß geschehen - aber wie wenige die innere Kraft, die Stärke der Moral dazu haben! Daß die moralischen Lehren so klar durchschaut und die moralischen Gefühle so sicher entwickelt werden, daß es gar nichts geben kann, was wir erkennen, ohne den Impuls zu haben, es mit Feuer auszuführen, daß dies wirklich in den menschlichen Seelen heranreifen kann, nicht nur eingesehen wird, daß es gar nicht anders sein kann, als daß ein moralischer Impuls auch zur Tat wird: das hängt davon ab, daß sich die Menschen in die zwei gekennzeichneten Geistesströmungen einleben. Dann werden unter dem Einflusse der beiden Strömungen immer mehr und mehr jene Menschen heranreifen, welche vermögen, vom Empfinden, vom moralischen Erkennen, vom moralischen Impuls zur Tat vorzuschreiten.“



Ich kann diesen Inhalt als Wahrheit durch mein persönliches Erleben bestätigen. Die moralischen Kräfte und Gefühle, die heute aus der wahren Buddha-Strömung hervorgehen, sind intensiv und einmalig. Das kann ich in den Wirkungen, die z.B. aus dem japanischen Jodo-Shinshu-Buddhismus ausgehen, klar feststellen und persönlich erleben. Etwas Vergleichbares ist hier im Westen kaum vorhanden. Und aus dem Grund wissen viele Menschen hier im Westen nicht, was das eigentlich heisst die das Herz reinigenden Kräfte, die durch die Wirkung Buddhas hervortreten, zu erleben. Eine ungeheuer starke reinigende Moralkraft geht von der Liebesflamme des Buddha aus. Zwar die Elemente des Intellekts sind nicht so stark vertreten. Aber statt dessen löst die Lehre des Gautama Buddha, welche vor allem nach der Zeitenwende - nachdem er sich mit dem nathanischen Jesus innig verbunden hatte - durch seine neunen "östlich-durchchristlichten" Inspirationen entstanden ist, die intensiven edlen moralischen Gefühle im Herzen der Menschen aus.

Sie sind diejenigen Schätze, auf welche die Japaner bis auf den heutigen Tag im Stillen stolz sind. Wenn jemand in Japan von "der japanischen Kultur des Herzens" spricht, dann weiss und fühlt jeder unmittelbar in seinem eigenen Herzen, was damit gemeint ist. Das vermittelt vielen Menschen in Japan ein ganz intensives Heimatgefühl. Das ist nicht zu verwechseln mit "Zen". Zen ist eine konkrete Form des japanischen Buddhismus, die im Westen bekannt geworden ist. Aber gegenüber der dominanten Popularität der Zen-Strömung im Westen in dem Sinne, als ob Zen der einzige wahre Geist Japans wäre, stehen die meisten Japaner äusserst skeptisch. Wir wissen, Zen ist eine wunderbare Geistigkeit, aber nur eine von vielen.

Die geistig-seelische Kultur des Herzens aber, welche die Japaner allgemeinen als die wahre innere Heimat empfinden, bleibt nicht so in einem äusseren Rahmen wie Zen stecken, denn die Kultur des Herzens ist ätherisch-seelisch, nicht äusserlich-physisch festgelegt. "Es ist zuletzt nicht wichtig, ob einer buddhistisch, shintoistisch, oder christlich ist", so empfinden wir in Japan, denn wir empfinden über solchen äusseren Unterschied hinweg unsere gemeinsame Heimat in der einzigartigen geistig-seelischen moralischen Sonnensphäre des Herzens. In diesem Erbe der Kultur des Herzens sehen wir die wahre Identität des Volkes, deren Verlust wir, die Japaner, z. B. durch eine einseitige Dominanz der westlichen Einflüsse nie zulassen werden. Das ist die Kultur der Sonne, die im Innern des Menschen aufgeht.

Junko Althaus